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5 Kurselemente

Aus Comp@ss-Wiki

5 Kurselemente


Zu einzelnen Modulen des comp@ss haben wir für Sie mögliche Kursabläufe beziehungsweise Kurseinheiten zusammengestellt. Den Rahmen hierzu bilden die folgenden Unterkapitel, in denen Sie zusätzliche Tipps zu grundsätzlichen Kurselementen erhalten.


Begrüßung / Erwartungsabfrage

Je nachdem, ob sich die Gruppe des Kurses bereits kennt (z. B. eine Schulklasse) oder das erste Mal aufeinandertrifft (z. B. ein offener Ferienkurs), sollten Sie den Teilnehmenden die Möglichkeit geben, sich untereinander kennen zu lernen. Dies können Sie auch mit einer Erwartungsabfrage an den Kurs kombinieren. Hierfür gibt es eine Reihe von Methoden, von denen hier drei exemplarisch angerissen werden. In der einschlägigen Fachliteratur, im Internet oder durch die Erfahrung aus selbst besuchten Fort- und Weiterbildungen finden Sie sicherlich zu einer Vielzahl von weiteren Begrüßungsmethoden.


  • Bällchenspiel: Im Kreis wird einem Teilnehmenden ein Ball oder anderer Gegenstand zugeworfen. Der Fänger stellt sich vor (z. B. Name, Alter, Schule, Klasse …). Dann wird der Ball weitergeworfen / weitergegeben.
  • Partnerinterview: Es werden Pärchen gebildet (z. B. durch Abzählen oder das Ziehen von Losen). Die Pärchen interviewen sich gegenseitig und stellen anschließend den jeweils anderen der Gruppe vor.
  • Plakat malen: Jeder Teilnehmende versucht, sich selbst auf einem Plakat darzustellen (Aufgabe könnte es z. B. auch sein, sich als Tier darzustellen, das einen selbst gut abbildet). Die Plakate werden aufgehängt und von den Teilnehmenden kurz vorgestellt.


Entweder nennen die Teilnehmenden bereits bei der eigenen Vorstellung Erwartungen an den Kurs oder es wird hierfür eine eigene Abfrage gemacht. In jedem Fall sollten die Erwartungen durch Sie oder die Teilnehmenden selbst aufgeschrieben und gut sichtbar im Raum angebracht werden. So lässt sich zu jedem Zeitpunkt überprüfen, welche Erwartungen der Teilnehmenden bereits erfüllt wurden und welche nicht[1][2][3].


Hinweis: Zur Begrüßung gehört natürlich auch, dass auch Sie selbst sich zu Beginn des Kurses der Gruppe vorstellen.

Vorstellung des Kursablaufs

Auch wenn Sie versuchen sollten, immer die größtmögliche Übereinstimmung mit den Wünschen und Bedürfnissen ihrer Teilnehmenden zu erreichen, ist es dennoch Ihre Aufgabe, zu Beginn des Kurses einen Vorschlag für Inhalte und Ablauf des Kurses zu präsentieren. Diesen sollten Sie schriftlich und gut sichtbar im Raum anbringen. Gemeinsam mit den Teilnehmenden können Sie auf der Grundlage Ihres Vorschlags diskutieren und aushandeln, wo eventuell Schwerpunkte und Zielsetzungen verändert werden sollen. Bereits an diesem Punkt können Sie wichtige Hinweise über Interessen und Neigungen Ihrer Teilnehmenden sammeln, die Sie im späteren Kursgeschehen wieder einbringen können.


Hinweis: Zur Vorstellung des Ablaufs sollte außerdem gehören, dass Absprachen über Rahmenbedingungen wie Pausen, Essens- und Endzeiten getroffen werden.


Wiederholungen / Zusammenfassungen

Eine Ihrer wichtigsten Aufgaben als Trainer ist es, zum Abschluss von Lerneinheiten, zum Abschluss eines Tages und gegebenenfalls zum Ende eines Kurses durch kurze Zusammenfassungen den Teilnehmenden die Rekapitulation des Gelernten zu ermöglichen. Dies ist auch ein idealer Zeitpunkt, um den Teilnehmenden die Möglichkeit zu geben, Verständnisschwierigkeiten zu artikulieren und diese dann gemeinsam zu klären. Lassen Sie sich bei diesen Gelegenheiten zudem von den Teilnehmenden ein Feedback darüber geben, ob Tempo, Sprache und Inhalt in Ordnung sind.


Einholen von Feedback

Am Ende einer Lerneinheit, zumindest aber zum Ende eines Kurstages und unbedingt zum Abschluss eines Kurses sollten Sie von Teilnehmenden ein Feedback einholen. Zum Abschluss eines Kurses sollte dies auch schriftlich erfolgen. Geben Sie den Teilnehmenden so die Möglichkeit, die Rahmenbedingungen, die inhaltliche Richtung und Schwerpunktsetzung, Methoden und Tempo des Vorgehens noch während es Kurses zu korrigieren. Eine Vorlage für ein schriftliches Feedback findet sich im Kapitel „Qualitätssicherung / Evaluation“.


Stellen Sie gemeinsam mit den Teilnehmenden Regeln für das Feedbackgeben auf. Zum Beispiel:


  • Grundsätzlich sollte Feedback konstruktiv formuliert werden (z. B. „Ich hätte es besser gefunden, wenn …“ ist besser als nur „Ich fand nicht gut, dass …“).
  • Jedes Feedback sollte auch immer zumindest ein positives Element beinhalten.
  • Niemand braucht sich zu rechtfertigen. Es hilft, wenn vereinbart wird, dass Feedback grundsätzlich nicht kommentiert werden darf.
  • Betrachten Sie Feedback als Geschenk: Sie können es annehmen und sich darüber freuen oder es in den Schrank stellen und vergessen. Was Sie mit Kritik machen, die an Sie herangetragenen wird, und wie Sie damit umgehen, liegt ganz bei Ihnen.
  • Ermuntern Sie Ihre Teilnehmenden, ehrliches Feedback zu geben. Machen Sie ihnen klar, dass Sie nur dann die Möglichkeit haben, Verbesserungen durchzuführen, wenn man Ihnen offen sagt, was nicht gut angekommen ist.


Besonders Kinder sind es oft nicht gewohnt, dass man sie nach ihrer Meinung fragt. Lassen Sie sich von anfänglichen „Schwierigkeiten“ beim Feedbackgeben nicht entmutigen. Sehen Sie es auch als ein wichtiges pädagogisches Ziel an, Kindern und Jugendlichen zu vermitteln, dass sie ein Recht darauf haben, ihre Meinung zu äußern und diese für Sie grundsätzlich wichtig und wertvoll ist. Machen Sie außerdem klar, dass konstruktive Kritik in Ihrem Kurs keine negativen Konsequenzen (z. B. schlechte Noten oder Ähnliches) zur Folge hat. Wir sind ja nicht in der Schule.


Ein Beispiel für einen schriftlichen Feedbackbogen für Teilnehmende eines Kurses finden Sie bei den allgemeinen Kopiervorlagen in Kapitel XX.


Qualitätssicherung / Evaluation

Ein wesentlicher Bestandteil der Qualitätssicherung der Arbeitsgemeinschaft comp@ss ist die Durchführung von Selbst- oder Partnerevaluationen. Da es keine zentrale Stelle gibt, die die Arbeit der einzelnen Anbieter überprüft / bewertet, sind die einzelnen Einrichtungen per Selbstverpflichtungserklärung dazu aufgerufen, die Qualität ihrer medienpädagogischen Arbeit selbst zu messen. Zusätzlich zu den ohnehin existierenden Qualitätsinstrumenten der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit (in Berlin z. B. das Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten) hat die Arbeitsgemeinschaft comp@ss Checklisten zur Kursevaluation entwickelt. Diese können besonders Neueinsteigern eine Hilfe sein, Kurse zu planen, durchzuführen und im Anschluss zu reflektieren. Aber nicht nur „Anfänger“, sondern auch erfahrene comp@ss-Anbieter sind gehalten, den eigenen Anspruch an ihre pädagogische Arbeit regelmäßig zu bewerten und zu reflektieren.

Fussnoten

  1. Im Internet finden Sie eine gute und umfangreiche Liste von Kennenlernspielen der Jugendarbeit.
  2. Shortlink #1003
  3. Shortlink #1004