2 Lernen „en passant“ vs. Lernen in Kursformen
2 Lernen „en passant“ vs. Lernen in Kursformen
Unter Lernen „en passant“ (frz. für Lernen „beiläufig, nebenbei“) versteht die Arbeitsgemeinschaft comp@ss die Erfüllung der Anforderungen eines comp@ss-Moduls nicht im Rahmen eines geschlossenen Kurses, sondern in offenen Lernsituationen. Während sich in der Schule in der Regel eher geschlossene Lernsituationen wiederfinden, arbeitet die außerschulische Kinder- und Jugendarbeit in der Regel häufiger mit offenen Lernsituationen (vgl. Kapitel 2.5). Offene Lernsituationen unterscheiden sich von geschlossenen z. B. dadurch, dass nicht ein Lernziel den Ausgangspunkt pädagogischer Betrachtungen bildet, sondern eine Situation, aus der heraus jedoch Lernziele entstehen können. Die Vermittlung von Inhalten eines Moduls wird in offenen Lernsituationen also in der Regel vorab nicht fest geplant oder strukturiert. Vielmehr ist die Fähigkeit des Pädagogen gefragt, flexibel auf bestimmte Situationen zu reagieren und selbstbestimmte Lernprozesse von Kindern und Jugendlichen zu begleiten und durch eigene Inputs zu fundieren. Häufig sind es Projekte oder eigene Aktivitäten von Jugendlichen, während derer „nebenbei“ ganz automatisch eine ganze Menge gelernt werden kann. Wer z. B. seine Hausaufgaben in Word verfasst, muss automatisch auch das Dateisystem kennen lernen und grundlegende Formatierungen beherrschen. Denkbar ist z. B. auch, dass während des offenen Betriebs einer Jugendeinrichtung von einem Jugendlichen Kenntnisse und Fähigkeiten gezeigt werden (z. B. weil der Jugendliche seit einiger Zeit intensiv an seiner eigenen Homepage bastelt), dass sie die Fachkraft ohne Bedenken auf dem Teilnahmebogen „abhaken“ kann. Hieraus können sich aus pädagogischer Sicht gute Anknüpfungspunkte für weitere Lerninputs ergeben (z. B.: „Du hast ja schon einen Teil des Teilnahmebogens zum comp@ss-Modul XY geschafft – hättest du nicht Lust, dich auch noch mal mit X oder Y zu befassen, damit du das Modul komplett hast?“). Bis ein Modul angeschlossen wird, können wenige Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate vergehen. Das Tempo wird vom Kind oder Jugendlichen selbst bestimmt und hängt aber auch am Engagement der Fachkraft.